MovetoTheSky Logo
Move to the sky
Zurück zur Blog-Übersicht
ErnährungOktober 2026•6 Min. Lesezeit

Fueling auf langen Trails: Kohlenhydrate, Natrium & Pacing

Von 60 bis 90 g/h für Hobbyläufer bis zu 120 g/h für austrainierte Profis — so steuerst du dein Fueling.

Lukas Schaffenrath

Lukas Schaffenrath, MSc

Ausdauertrainer & Gründer Move to the sky

Fueling auf langen Trails: Kohlenhydrate, Natrium & Pacing

Beim Trailrunning und Ultralaufen ist die Ernährung keine Nebensache, sondern die vierte Disziplin. Wer seine Kohlenhydrat- und Flüssigkeitszufuhr nicht strukturiert plant, riskiert Leistungseinbrüche, Magenkrämpfe oder den totalen Ausfall.

1. Der Glykogenspeicher ist begrenzt

Im menschlichen Körper sind rund 400 bis 500 Gramm Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert. Bei forciertem Berglauf-Tempo sind diese Reserven nach spätestens 75 bis 90 Minuten erschöpft. Wer erst isst, wenn der Hunger kommt, ist bereits zu spät dran.

2. Richtwerte für die Praxis: Wie viel verträgt der Körper?

Läufe unter 2 Stunden: 30–60 g Kohlenhydrate pro Stunde, Wasser nach Durstgefühl.
Läufe 2 bis 5 Stunden: 60–75 g Kohlenhydrate pro Stunde + 500–1.500 mg Natrium pro Liter Flüssigkeit.
Ultra-Distanzen (ab 5 Stunden): 90 g vs. 120 g/h & Elektrolyte

Für die allermeisten ambitionierten Athleten: Rund 60 bis 90 g Kohlenhydrate pro Stunde stellen in der Praxis eine realistische, hervorragend verträgliche Obergrenze dar. In diesem Bereich reicht meist ein 2:1- oder 1:0,8-Verhältnis von Glukose zu Fruktose, um den Energiestoffwechsel stabil zu halten, ohne den Magen zu überlasten.

Sehr gut trainierte Profis: Weltklasse-Athleten und austrainierte Eliteläufer nehmen heute im Wettkampf teilweise bis zu 120 g Kohlenhydrate pro Stunde zu sich. Dies ist jedoch die absolute Ausnahme und erfordert monatelanges, gezieltes Magentraining („Train the Gut“). Wer ohne diese Vorbereitung versucht, 120 g/h zu konsumieren, riskiert schwere Magen-Darm-Probleme und Übelkeit, weil die Darmtransporter (SGLT1 und GLUT5) schlicht überfordert sind.

Natriumzufuhr auf Ultras: Typischerweise 500 bis 1.500 mg Natrium pro Liter getrunkener Flüssigkeit.

💡 Hinweis zum Natriumbedarf: Wie viel Natrium du tatsächlich benötigst, ist individuell sehr unterschiedlich. Je nach genetischer Veranlagung, Schweißrate und Salzkonzentration im Schweiß bewegen sich die Verluste meist zwischen 500 mg/L und 1.500 mg/L („Salty Sweaters“ verlieren deutlich mehr Salz als Athleten mit niedrigerem Salzgehalt). Auch Umgebungstemperatur, Höhenlage und Renndauer beeinflussen den individuellen Bedarf erheblich.

⚡ Berechne deinen individuellen Bedarf

Nutze unseren interaktiven Trail Fuelplaner: Gib dein Körpergewicht, deine Streckenlänge und dein Belastungsprofil ein und erhalte sofort deinen maßgeschneiderten Ernährungsplan.

Zum Trail Fuelplaner →

3. Train the Gut: Magenverträglichkeit trainieren

Der Magen-Darm-Trakt ist wie ein Muskel trainierbar. Profis, die 120 g/h verwerten, haben ihren Verdauungstrakt über viele Monate an die hohe Osmolarität und Zuckerkonzentration gewöhnt. Für Hobbysportler gilt: Starte bei 50–60 g/h, taste dich schrittweise an 80–90 g/h heran und teste jedes Gel und jeden Riegel vorher im Training. Am Renntag gilt: Niemals Experimente!

Berechne jetzt deinen eigenen Fuelplan

Der Trail Fuelplaner kalkuliert exakt deinen individuellen Bedarf an Kohlenhydraten, Natrium und Flüssigkeit pro Stunde — abgestimmt auf dein Körpergewicht und dein Rennen.

Zum Trail Fuelplaner
Lukas Schaffenrath

Über Lukas Schaffenrath, MSc

Ausdauertrainer, MSc und aktiver Bergsportler. Seit 2019 begleitet Lukas Läufer und Alpinisten mit wissenschaftlich fundierten, alltagstauglichen Trainingskonzepten zum nächsten sportlichen Meilenstein.

Weitere empfohlene Beiträge